Entscheidungen fällen

Entscheidungsprozess

Wir arbeiten an unserer Handlungsfähigkeit. Um auch vor oder zwischen Vollversammlungen Entscheidungen mit allen gemeinsam fällen zu können, haben wir Prozess entwickelt, getestet und überarbeitet, der digital funktioniert und über den wir natürlich auch euer Feedback einholen möchten. 

Wir möchten Konsent-Entscheidungen fällen. Das heißt, dass alle Mitglieder eine Entscheidung mittragen, auch wenn sie vorbehalte haben.

In der AG Location folgen wir diesem Prozess, um gemeinsam zu entscheiden, ob wir eine Location anmieten – oder eben nicht.

Beteiligte:

Es gibt es vier verschiedene Ebenen:

  1. die AG, die eine Entscheidung abfragen möchte,
  2. das öffentliche Mittwochs-Plenum, das als „Vorläufer“ oder Miniaturformat der Generalversammlung betrachtet werden kann,
  3. die (digitale) Vollversammlung mit allen Mitgliedern,
  4. Externe Involvierte (Expert*innen, usw.) 
Entscheidungsprozess

Ablauf

Vom Mittwochs-Plenum wird ein Bedarf formuliert und die Verantwortung in eine AG übertragen. Die AG sammelt Informationen. In die Bewertung fließen die K.-O.-Kriterien ein, die im Plenum abgestimmt wurden, woraus die AG eine Vorauswahl trifft und eine Entscheidungsvorlage erarbeitet. Hierbei können Expert*innen mit einbezogen werden.

Wenn die AG die Option als geeignet empfindet, wird diese im Mittwochs-Plenum diskutiert und eine Konsent-Entscheidung getroffen. 

–> Nein: Die Lösung wird verworfen. 

–> Ja: Die Lösung wird in einer Entscheidungsvorlage aufbereitet.

Dieses wird an alle Mitglieder per E-Mail versandt. Nun kommt die digitale Abstimmung ins Spiel: Feedback ist gefragt. Über ein Online-Tool wird der Vorschlag zur Diskussion gestellt, um ein erstes Stimmungsbild zu ermitteln. Jede*r hat 72h Zeit, um Feedback zum Vorschlag zu geben. Das digitale Abstimmungstool funktioniert nach dem Prinzip Five-to-Fold“.

Hier am Beispiel der Location-Entscheidung:

  • 5 Finger (Führung): Ich unterstütze den Vorschlag voll und ganz und übernehme Führungsverantwortung bei der Umsetzung. Ich nehme mir Zeit, Besichtigungstermine wahrzunehmen und Kostenschätzungen, Konzessionsauflagen, Umbaumaßnahmen zu kalkulieren bzw. diese in Erfahrung zu bringen. Ich bereite Informationen auf, um eventuelle Kritiker im Plenum von dieser Location zu überzeugen. 
  • 4 Finger (Volle Unterstützung): Ich bin voll überzeugt, unterstütze den Vorschlag und übernehme Verantwortung bei der Umsetzung, indem ich kleinere Aufgaben übernehme.
  • 3 Finger (Leichte Unterstützung): Ich bin dabei und akzeptiere den Vorschlag, habe aber keine Kapazitäten, die Arbeit aktiv voranzutreiben.
  • 2 Finger (Neutral / Enthaltung): Ich habe einige leichte Vorbehalte, unterstütze den Vorschlag dennoch.
  • 1 Finger (Passive Opposition): Ich habe (ernsthafte) Vorbehalte, die ich mit der Gruppe teile, werde aber eine Gruppenentscheidung nicht blockieren.
  • Faust (Widerstand): Ich bin klar gegen den vorgebrachten Vorschlag und damit gegen eine Entscheidung. Ich gebe eine Begründung für mein Veto ab und erkläre mich dazu bereit, die Führungsverantwortung für die Konzeption einer Alternative mit zu übernehmen und diese im nächsten Plenum zu teilen (persönlich oder durch eine Vertretung).

Die Ergebnisse des Stimmungsbilds werden in der AG ausgewertet, die Einwände diskutiert und von der AG entweder widerlegt oder bestätigt. Weitere Informationen werden eingeholt, um Fragen zu beantworten.

Diese Bewertung wiederum wird im öffentlichen Mittwochs-Plenum, zu dem jede*r eingeladen ist, diskutiert, um noch mehr Köpfe am Denken zu beteiligen. Das Protokoll mit den Einwänden und Stellungnahmen wird zurück in die digitale Feedbackschleife an alle Mitglieder versandt.

Hier beginnt die zweite Feedback-Schleife, die erste Abstimmung: Wieder wird über das Online-Tool mit dem „Five-to-Fold“-Prinzip und 72 h Zeit die Meinung abgefragt. Falls nach der zweiten Feedback-Runde begründeter Widerstand (eine Faust) gegen den Vorschlag existiert, kann nach Bedarf eine letzte, dritte Feedbackschleife eingeleitet werden, um der Führung die Möglichkeit zu geben, die Widerstände aufzuheben.

Die Konsent-Entscheidung für Ja bevollmächtigt die AG dazu, weitere Schritte einzuleiten, z.B. die Mietvertragsunterzeichnung vorzubereiten. Bei einem Nein wird der Vorschlag verworfen.

Das Plenum hat die Möglichkeit, sich nach einem Stimmungsbild gegen eine weitere Schleife zu entscheiden, wenn bereits absehbar ist, dass es nicht genug Menschen gibt, die die Führungsverantwortung tragen werden oder die Widerstände zu groß sind. Spätestens nach der zweiten Schleife müssen ausreichend Personen die Führung übernehmen wollen, ansonsten ist der Vorschlag nicht durchführbar.