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Was?

Unser Plan ist eine genossenschaftlich geführte Bar zu gründen und zu betreiben. Eine Genossenschaft ist eine Gruppe von Menschen die sich zusammengeschlossen haben, um gemeinschaftlich wirtschaftliche, soziale, und kulturelle Bedürfnisse durch ein gemeinsam getragenes, demokratisches und solidarisches Unternehmen zu befriedigen. Dabei steht weniger der wirtschaftliche Profit, sondern vielmehr die Mitglieder und deren Bedürfnisse im Mittelpunkt. Außerdem werden Entscheidungen in Genossenschaften immer demokratisch gefällt. Dabei ist das Stimmrecht, anders als bei anderen Gesellschaftsformen nicht an die geeigneten Anteile, sondern an die Menschen geknüpft (“Ein Kopf, eine Stimme.”).

Konzept-Genossenschaft

Weitere Informationen zum Thema Genossenschaft findest du z.B. HIER. Und wenn du keinen Bock auf lesen hast HIER.

Warum?

Spätestens seit Beginn der andauernden Wirtschafts- und Finanzkrise ist die Kritik an einer offenbar entfesselten kapitalistischen Marktwirtschaft auch im Zentrum der Gesellschaft angekommen. Trotzdem hat sich seither nicht wirklich viel geändert. Politik, Protestmärsche und Petitionen scheinen nur sehr begrenzt in der Lage wirkliche Veränderungen zu bewirken. Wir denken daher, dass es an der Zeit ist das Problem aus einer anderen Richtung anzugehen. Durch die Realisierung einer genossenschaftlichen Unternehmung wollen wir Alternativen nicht nur einfordern sondern selbst experimentieren und dadurch Schritt für Schritt andere Denkmuster kultivieren und gemeinsam eine noch nicht vorstellbare Zukunft entwickeln.

Wie?

Grundlage unseres Projekts ist die gemeinschaftliche Bewirtschaftung einer Bar. Um das möglich zu machen gilt es zunächst einmal Geld zusammenzulegen. In mehrstufigen Workshops haben wir bereits gemeinschaftlich beschlossen, dass ein einzelner Genossenschaftsanteil 250 € kosten soll und eine Person maximal 16 davon zeichnen darf. Noch wichtiger als die finanzielle Komponente ist es uns jedoch, dass alle wichtigen Entscheidungen bezüglich der Unternehmensausrichtung, aber auch hinsichtlich der Gestaltung von Örtlichkeit, Kommunikation, etc. gemeinschaftlich getroffen werden. Im besten Sinne gelebte Demokratie, die sich nicht bloß auf das Abstimmen über vorgegebene Möglichkeiten beschränkt und die in diesem Fall auch noch Spaß macht.

Wie genau?

Das Projekt hatte seinen Ursprung in der gemeinsamen Abschlussarbeit der Gründer Jan und Kai an der Köln International School of Design. Ein wesentlicher Teil dieser Arbeit war die Auseinandersetzung mit Methoden zur Durchführung und Erleichterung demokratischer Entscheidungsprozesse; insbesondere im Rahmen gemeinschaftlicher Gestaltung. Die genossenschaftliche Bewirtschaftung einer Bar ist in diesem Sinne also nicht nur Selbstzweck. So dient das Projekt als Experimentierfeld für demokratische Gestaltungsansätze. Deren Ergebnisse, allen voran die Bar selbst, dienen als Kommunikationsplattform und im besten Fall als ein Inkubator für genossenschaftliches Denken und Handeln. Im Verlauf von Gründung und Betrieb der Genossenschaft werden also Methoden ausgearbeitet, ausprobiert, analysiert, verbessert und nicht zuletzt dokumentiert.

Wer?

Die Mitglieder Offenheit ist eines der wesentlichen Merkmale einer Genossenschaft. So kann auch bei TRINK—GENOSSE jede und jeder jederzeit mitmachen. Im besten Falle sind die TRINK—GENOSSEN dann zugleich Eigentümer, Mitarbeiter und Gast. Nach Gründung der Genossenschaft entscheidet die Versammlung aller Mitglieder, oder aber ein dazu berufener Vorstand über die Aufnahme von neuen BewerberInnen.

Konzept-Genossenschaft
Wann?

So schnell wie möglich, so langsam wie nötig. Nach unserer Kampagne wird es erst einmal darum gehen den genossenschaftlichen Gründungsprozess zu durchlaufen und die TRINK—GENOSSE offiziell eintragen zu lassen. Damit das möglichst schnell geht haben wir allerdings schon alle notwendigen Materialien zusammengetragen. Außerdem wird es darum gehen einen geeigneten Raum für unsere Bar zu finden. Wir haben zwar schon etwas in Aussicht, aber vielleicht ergibt sich im Laufe der Crowdfunding-Kampagne ja noch etwas besseres... Grundsätzlich planen wir die Bar auch schon zu eröffnen bevor alles „fertig“ ist, weil die gemeinschaftliche Gestaltung dann auch von den Nicht-Mitgliedern live miterlebt werden kann. Außerdem haben wir so auch noch die Möglichkeit Menschen in den Gestaltungsprozess mit einzubinden und vielleicht als neue Mitglieder zu gewinnen.

Wohin?

Unsere Vision ist es ein internationales Netzwerk von TRINK—GENOSSENSCHAFTEN aufzubauen. Diese sollen sich dann selbstverständlich auch untereinander solidarisieren. Damit das klappt wollen wir nicht nur unseren Prozess und unsere Methoden öffentlich zur Verfügung stellen. Auf lange Sicht ist es unser Ziel Folgeprojekte nicht nur mit Rat, sondern auch mit Taten und wenn nötig mit einer Startfinanzierung zu unterstützen. Bis es soweit ist dauert es aber wahrscheinlich noch ein wenig…

Noch Fragen?

Dann schreib uns eine E-MAIL.


Bei TRINK—GENOSSE gibt es unterschiedliche Möglichkeiten der Beteiligung. Im Wesentlichen unterscheiden wir zwischen Personen (auch juristische Personen und Unternehmen), die uns einfach unterstützen wollen (investierende Mitglieder) und Menschen, die bei uns mitmachen wollen (aktive Mitglieder).

Mindestvoraussetzung für eine aktive Mitgliedschaft ist, dass ihr die Angebote von TRINK—GENOSSE regelmäßig nutzen wollt. Im Besten Fall bedeutet Mitmachen aber auch, dass ihr das Projekt, in eurem eigenen Interesse, aktiv mitgestaltet und wenn möglich an den regelmäßig stattfindenden Aushandlungen teilnehmt. Natürlich kann nicht jeder immer dabei sein. Damit wir aber handlungsfähig bleiben, sind unsere offiziellen Versammlungen (werden frühzeitig mit Tagesordnung angekündigt) unabhängig von der Teilnehmerzahl immer beschlussfähig. Natürlich kann sich jedes Mitglied in diesem Zusammenhang auch mit einer Vollmacht vertreten lassen.

Aus der Satzung:
§ 3 Mitgliedschaft

1. Zum Erwerb der Mitgliedschaft bedarf es einer unbedingten schriftlichen Beitrittserklärung über die der Vorstand entscheidet.
2. Es gibt zwei Arten von Mitgliedern: Aktive Mitglieder und investierende Mitglieder
3. Aktive Mitglieder können lediglich natürliche Personen werden.
4. Voraussetzung für eine aktive Mitgliedschaft ist:

a) die Nutzung der Leistungen der Genossenschaft
b) die aktive Mitarbeit in der Genossenschaft durch Mitarbeit in deren festen Arbeitsgemeinschaften sowie
c) die Identifikation mit Werten und Normen der Genossenschaft.
d) die Unterzeichnung der jeweils aktuellen Version des durch die Generalversammlung verabschiedeten Manifluids

§ 5 Geschäftsanteil, Nachschusspflicht, Eintrittsgeld

1. Ein Geschäftsanteil beträgt 250 €.
2. Die gezeichneten Geschäftsanteile sind unmittelbar nach der Aufnahme in die Genossenschaft in voller Höhe fällig. Eine Ratenzahlung ist ausgeschlossen.
3. Mitglieder können bis zu 16 Geschäftsanteile übernehmen.
4. Mitglieder sind nicht zur Leistung von Nachschüssen verpflichtet.

Förderzweck

TRINK—GENOSSE ist nicht auf Gewinnoptimierung ausgerichtet, sondern auf die Förderung seiner Mitglieder. In unseren Augen ist die gemeinschaftliche, demokratische Gestaltung einer Bar schon ein wesentlicher Teil dieser Förderung. Zudem ermöglicht die Bewirtschaftung einer Bar die Vergabe von Gelegenheits-, Voll- und Teilzeitarbeitsplätzen, die wir fair bezahlen und nach Möglichkeit an Mitglieder vergeben wollen (etwa Geschäftsführung, Thekenkräfte, Putzkräfte, Workshop-Leiter, Event-Planer, Steuerberater, etc.).

Rückvergütung

Für aktive Mitglieder von TRINK—GENOSSE gibt es zudem die Möglichkeit einer Rückvergütung. Hier können Überschüsse, die aus dem Mitglieder-Geschäft entstanden sind, an selbige zurückgegeben werden. Wieviel Geld pro Mitglied rückvergütet wird, ist davon abhängig wie viel Umsatz diese Person gemacht hat; also wie viel Geld für Getränke, Eintritte, etc. ausgegeben wurde. Für jedes aktive Mitglied wird zu diesem Zwecke genau Buch geführt. In gewisser Hinsicht kann man die Rückvergütung als nachträgliche Preissenkung verstehen. Die Rückvergütung kommt vor der eigentlichen Gewinnermittlung, wird als Betriebsausgabe gewertet und ist für Genossenschaft und Mitglieder steuerfrei.

Gewinnverteilung

Der Gewinn der Genossenschaft, insbesondere vollumpfänglich der des Nichtmitgliedergeschäfts, kann nach Versteuerung und Bildung einer gesetzlichen Rücklage in unterschiedlicher Form verwendet werden. Wie genau die Überschüsse in einer Genossenschaft verteilt werden entscheidet die jährliche Generalversammlung, meist auf Grundlage eines Vorschlags aus dem Vorstand. Bei TRINK—GENOSSE sollen mindestens 50% in den Fortbestand der Genossenschaft, sowie die Verbreitung unserer Idee (Gesetzliche Rücklage + Freiwillige Rücklage) investiert werden. Dazu kommen 10% für karitative Zwecke.

Dividende

Bleiben also maximal 40%, die in Form einer Dividende an alle Mitglieder (auch Investierende Mitglieder) ausgeschüttet werden können (siehe auch Präambel der Satzung). Die Dividende verteilt potenzielle Gewinne jedoch nicht nach Konsum, sondern in Abhängigkeit der gehaltenen Anteile an TRINK—GENOSSE. Je mehr Anteile eine Mitglied hält, desto höher die Dividende.
Grundsätzlich sollte die Mitgliedschaft bei TRINK—GENOSSE jedoch nicht als Investition betrachtet werden.

Weitere Informationen entnehmt ihr bitte unserer vorläufigen Satzung.

Wie genau werde ich Mitglied?

Nach erfolgreicher Gründung von TRINK—GENOSSE e.G.

1. Du bekommst den Mitgliedsantrag, die Satzung und das Manifluid zugeschickt
2. Du unterzeichnest alles und sendest es an TRINK—GENOSSE zurück
3. Der Vorstand prüft die Mitgliedschaft
4. Du erhältst eine offizielle TRINK—GENOSSE Mitgliedschafts-Urkunde
5. Du bist TRINK—GENOSSE.


Das Manifluid ist eine öffentliche Erklärung der Ziele und Absichten von TRINK—GENOSSE. Anders als bei einem Manifest beansprucht dieses Format jedoch lediglich eine situative, temporäre, also “fluide” Gültigkeit. Eine dynamische und kollektive Weiterentwicklung der Inhalte sowie deren formelle und ästhetische Gestaltung ist gewünscht. Diese Unschärfe betont den Anspruch dieses Projekts sich stets selbst zu hinterfragen. Die Ergebnisse von Verhandlungen werden zwar konkretisiert, es soll im Angesicht unabsehbarer Entwicklungen, die unter anderem die Aufnahme neuer Mitglieder beinhaltet, davon abgesehen werden Inhalte unnötigerweise zu verfestigen.

Werte — Normen

Wir glauben an Gemeinschaft, Freundschaft und ein solidarisches Miteinander. Im Kollektiv setzen wir experimentell alternative Impulse zum vorherrschenden, gewinnorientierten Wirtschaften und verwirklichen den gemeinsamen Traum einer eigenen Bar – genossenschaftlich organisiert und im Interesse der Gemeinschaft. Unser Wirken zeichnet sich durch einen offenherzigen, toleranten Umgang mit Menschen, einen innovativen, kreativen und modularen Umgang mit Raum und Raumnutzung und einen vielfältigen Umgang mit Kultur aus. Wir agieren demokratisch und sozialverantwortlich.

Offenheit — Konkretion

Gute Entscheidungen brauchen Zeit. Deshalb wollen wir bei TRINK—GENOSSE Ent­scheidungsspielräume auszunutzen, oder anders gesagt Entscheidungen (vor allem wichtige und / oder finale Entscheidungen), dort wo es uns sinnvoll erscheint, ist so lange wie nötig aufschieben. Das ist zwar nicht immer leicht, hat aber auch einen gewichtigen Vorteil: Je später wichtige Ent­scheidungen getroffen werden, desto mehr Zeit haben Betroffene sich eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu erarbeiten oder sich überhaupt erst am Prozess zu beteiligen (Mehr dazu findest du in unseren Instrumenten, vor allem beim (Ab-) Stimmungs-Strudel).

Wir alle fürchten uns aber auch vor endlosen Diskussionen und Entscheidungsprozessen, die niemals ein Ende finden. Deswegen wollen wir experimentierfreudig sein. Wir wollen neue Verhandlungsmethoden ausprobieren und auch gewagten, unvollständigen Ideen die Chance geben sich in der Realität zu bewähren oder zu scheitern. Diese Haltung erlaubt es uns bei gleichzeitiger Prozessualität und Offenheit konkret gestalterisch tätig zu werden. Und zwar nicht obwohl, sondern vor allem auch wenn endgültige Entscheidungen aufgeschoben werden sollen.

Persönlichkeit — Anonymität

Die Zusammenarbeit bei TRINK—GENOSSE basiert auf Empathie und gegenseitigem Respekt. Aber auch bei allerbestem Willen aller Mitglieder, werden mündliche Verhandlungen häufig von denjenigen dominiert, die entweder besonders kompetent, rhetorisch stark oder besonders engagiert für eine Sache eintreten. Und obwohl wir Methoden und Werkzeuge nutzen, die diesen Dynamiken begegnen, wollen wir dort wo es sinnvoll erscheint oder es von Mitgliedern der Gruppe gefordert wird auch anonym und formalisiert verhandeln. Das kann eine vorgeschaltete und individualisierte Einholung von Stimmungsbildern bedeuten, aber auch wirklich anonyme Abstimmungen, während oder am Ende von Entscheidungsprozessen.

Real — Digital

TRINK—GENOSSE lebt davon, dass es einen Ort gibt, an dem Menschen zusammenkommen um gemeinschaftlich ihre Interessen zu verfolgen. Auch in der Gründungsphase ist uns der zwischenmenschliche Kontakt sehr wichtig. Es liegt allerdings auch auf der Hand, dass wir es nicht immer schaffen können uns mit allen Mitgliedern gemeinsam zu treffen. Deshalb wollen wir dort wo es uns möglich und sinnvoll erscheint nicht nur digital kommunizieren sondern auch Teile von Verhandlungsprozessen in den digitalen Raum auslagern. Hierzu gehört natürlich auch eine entsprechende Aufbereitung dessen was im Projekt passiert.

Lokal — Global

TRINK—GENOSSE ist ein lokales Lokal. Weil wir aber glauben, dass unsere Idee für ALLE relevant ist, sollen unsere Prozesse und Methoden nicht nur den Mitgliedern, sondern auch einer größeren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das dient nicht nur der Transparenz, der Bewerbung unserer Bar und der Werbung neuer Mitglieder, sondern zielt vor allem in Richtung einer Bewerbung des Konzepts und seiner Ideale, gemäß unserer Vision eines globalen Netzwerks von genossenschaftlichen Bars. In diesem Zusammenhang ist die fortlaufende und öffentliche Dokumentation des Projektverlaufs auch als Handlungsleitfaden für Nachfolgeprojekte aller Art zu verstehen



Hier findest du schonmal ein paar der Instrumente und Methoden, die wir im bisherigen Projektverlauf erdacht, angewendet und erprobt haben:

Iterative Gestaltung in der Gruppe

(Ab-) Stimmungs-Strudel

In unserem Manifluid sprechen wir davon, dass Entscheidungsspielräume ausgenutzt werden sollen. Wie das funktionieren kann zeigt unser sogenannter (Ab-)Stimmungs-Strudel. Die Konzeption unserer Entscheidungs—Schnecke basiert eigenem Erfahrungswissen, sowie der wertvollen und erprobten Arbeit unterschiedlicher kluger Köpfe aus der Gestaltungs-Theorie und -Praxis.

1. Stimmung

In der Regel beginnen wir den Verhandlungsweg mit der Erfassung einer (Gruppen-) Stimmung. Meist werden die Mitglieder dazu schon im voraus zu einer bestimmten Gestaltungsaufgabe oder Fragestellung befragt. Dabei geht es gezielt noch nicht um qualifizierte Einschätzungen, sondern vielmehr um durchaus unscharfe Gefühle und Intuitionen. Die Ergebnisse dieser Erfassung werden ausgewertet und für die Übergabe an die Gruppe aufbereitet. In aller Vorläufigkeit verschafft diese Stimmungslage eine gute Grundlage um die Gruppendynamiken zu antizipieren und ggf. Informationsmaterialien zielgerichtet auszuwählen und anzupassen.

2. Information

Im zweiten Schritt werden die Mitglieder mit Informationen zum Thema versorgt. Neben einer Rückmeldung über die Stimmungslage in der Gruppe, gibt es an dieser Stelle vor allem fachliche Information und Expertenwissen zum Thema. Die Informierung kann Form einer Präsentation vor Ort, je nach Komplexität und Umfang aber auch durch die Verteilung von analogen und digitalen Informationsträgern geschehen.

3. Aushandlung

Auf Grundlage des nun geschärften Verständnisses um die gruppen- und fachspezifischen Probleme und Möglichkeiten einer Fragestellung, kann die Gruppe in Aushandlungsprozesse übergehen. Zu diesem Zweck wird meist in Kleingruppen über individuelle Präferenzen verhandelt. Im direkten Austausch schärfen die Mitglieder nicht nur ihr Verständnis der Aufgabenstellung, sondern üben sich auch im Verständnis für die individuellen Beweggründe der anderen Mitglieder. Wenn nötig können im Laufe dieser Verhandlungen jederzeit weitere Informationen eingeholt werden. Bei komplexeren Gestaltungsaufgaben und Fragestellungen kann es außerdem sinnvoll sein, dass vor der eigentlichen Abstimmung noch einmal (oder mehrfach) die Stimmung der Gruppe abgefragt und als Informationsgrundlage an die Gruppe zurückgespielt wird.

4. Abstimmung

Am Ende des Aushandlungsprozess steht eine Ab-Stimmung . Die Mitglieder haben nun bestenfalls eine möglichst umfangreiche und fundierte, also geschärfte Entscheidungsgrundlage. Je nach Gestaltungsaufgabe können dafür verschiedene Abstimmungsmodalitäten genutzt werden.

5. Umsetzung

Nach der Abstimmung folgt in der Regel die Manifestation. Je nach Aufgabenstellung kann die Manifestation unterschiedliche Formen annehmen: Entscheidungen über die Werte und Normen von TRINK—GENOSSE würden wohl in Manifluid oder Satzung niedergeschrieben, während Entscheidungen über den Bierpreis wohl in der Getränkekarte oder auf einer Tafel auftauchen und Abstimmungen über die Innenausstattung sich vielleicht in Form eines Stuhls, der Wandfarbe oder der Thekengestaltung manifestieren.
Je nach Aufgabenfeld können die Umsetzungen auch als Experiment verstanden und mit einer unterschiedlichen Laufzeit versehen werden. So wäre es etwa denkbar mehrere Entwürfe eines Stuhls zu produzieren und im Laufe einer Testphase gegeneinander antreten zu lassen. In dieser Zeit können Mitglieder, aber auch Gäste, die Ergebnisse der Verhandlung ausprobieren und sich ein Urteil darüber bilden, ob und wie die Gestaltung der Aufgabenstellung gerecht wird.

6. Schleifen

Die Rückmeldungen aus der Testphase werden in einem neuen Abstimmungsbild festgehalten, wobei nach Bedarf zwischen externem und internem Feedback unterschieden werden kann. Je nachdem führt das zu unterschiedlichen Anschlusshandlungen. So ist es wahrscheinlich, dass sich in der Nutzung und Beobachtung der gestalteten Dinge Unzulänglichkeiten und Verbesserungspotenziale offenbaren. In diesem Fall dient das Stimmungsbild als Grundlage für ein erneutes Durchlaufen der Abstimmungs-Schnecke.

Außerdem können Gestaltungsentscheidungen auf diesem Weg bestätigt, oder aus einem Feld von Varianten ausgewählt werden.

Je nach Komplexität einer Fragestellung können einzelne, aber auch alle Schritte der Abstimmungs-Galaxie im Laufe einer einzelnen Sitzung durchlaufen werden, während andere Prozesse durchaus längere Zeiträume in Anspruch nehmen. Gegebenenfalls kann auch die Aufgabenstellung neu- oder umformuliert werden. Durch das mehrfache Durchlaufen des Prozesses oder einzelner Schleifen werden Gestaltungsentscheidungen und deren Produkte im wahrsten Sinne des Wortes geschliffen und geschärft.

Five to Fold ist eine Abstimmungs-Methode, die es erlaubt, auch bei gemischter Interessenlage Entscheidungen herbei zu führen, die von der ganzen Gruppe zu 100% getragen werden.

Wie funktioniert Five to Fold?

Bevor ein Anliegen oder Vorschlag zur Entscheidung gebracht wird wird er der Gruppe präsentiert. Nach der Präsentation gibt es Raum für Fragen, Kommentare, Bedenken, Hinweise oder Meinungen und eine eventuelle Anpassung des Vorschlags. Anschließend wird der Vorschlag zur Abstimmung mit den Händen (Five to Fold) freigegeben. Dabei gilt:

5 Finger (Führung)
Ich unterstütze den Vorschlag voll und ganz und übernehme Führungsverantwortung bei der Umsetzung.

4 Finger (Volle Unterstützung)
Ich bin voll überzeugt, unterstütze den Vorschlags und übernehme Verantwortung bei der Umsetzung.

3 Finger (Leichte Unterstützung)
Ich bin dabei, akzeptiere den Vorschlag und unterstütze bei der Umsetzung, wenn nötig.

2 Finger (Neutral)
Ich habe einige leichte Vorbehalte, unterstütze den Vorschlag dennoch.

1 Finger (Passive Opposition)
Ich habe (ernsthafte) Vorbehalte, werde aber eine Gruppenentscheidung nicht blockieren.

Faust (Widerstand)
Ich bin klar gegen den vorgebrachten Vorschlag und damit gegen eine Entscheidung.
Ich erkläre mich dazu bereit an der Konzeption einer Alternative mit zu arbeiten.

Auswertung:

Wenn alle an der Entscheidung Beteiligten zwischen 1 - 5 Finger abstimmen, wird der Vorschlag von der Gruppe im Konsent angenommen.

Votiert dagegen nur ein Gruppenmitglied mit einer Faust, kann der Vorschlag nicht angenommen werden. In diesem Fall müssen sich Vorschlagseinbringer und Entscheidungsblockierer zusammen um eine Alternative bemühen. Warum ist Five-to-Fold gut?

Die Methode “Five to Fold” trägt dazu bei, dass Entscheidungen durch ein Veto nicht einfach blockiert werden können. Ein blockieren des Prozesses setzt eine aktive Teilnahme voraus und erlaubt es im Prozess handlungsfähig und beweglich zu bleiben.

Five to Fold eröffnet den Raum für eine offene und ehrliche Kommunikation innerhalb eines Entscheidungsprozesses und lädt Beteiligte zur Mitgestaltung bei der Umsetzung ein. Zudem wird von allen Entscheidungsträgern ein Maß an Selbstverantwortung eingefordert (“Bin ich bereit mit der Entscheidung zu leben, auch wenn ich nicht zu 100% dafür bin?”).

Bei Five to Fold gilt das Konsent-Prinzip. Das heißt, dass eine Entscheidung erst dann getroffen werden kann, wenn keine beteiligte Person begründete Einwände hat. Nicht zu verwechseln mit einem Konsens, bei dem alle Beteiligten mit einem “Ja, ich stimme zu” abstimmen müssen. Neben der Gewährleistung von Handlungsfähigkeit, liegt eine wesentliche Stärke von Five to Fold in der unmittelbaren Sichtbarmachung der Gruppenstimmung, sowie des potenziellen Beteiligungs-Grades – also wer zu welchem Anteil an der Umsetzung beteiligt werden möchte.

Art: Online/offline Fragebogen

— Erfassung von Teilnehmerdaten
— Überblick über Motivation, finanziellen und zeitlichen Involvierungswillen der Mitglieder, etc.

Die inhaltliche und vor allem grafische Auswertung dient den zukünftigen Mitgliedern, dazu einen Eindruck über organisatorische und inhaltliche Fragen zu bekommen, aber auch als Diskussions- und Handlungsgrundlage.

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Eine Genossenschaft gründen

Die (Wärme-) Karte zeigt die übereinandergelegten Gebietswünsche aller Befragten. Je intensiver die Rotfärbung, desto mehr Menschen halten den entsprechenden Bereich für eine Bareröffnung für geeignet.

Art: Tagebuch

— Heranführung an relevante Fragestellungen für die Gestaltung einer (erfolgreichen) Bar

Die Mitglieder werden dazu aufgefordert ihrer Lieblingsbar einen Besuch abzustatten.
In dem Tagebuch werden anhand spezifischer Fragestellungen unterschiedliche Aspekte des Bar-Besuchs abgefragt werden. Dazu gehören sowohl typische Interaktionen mit anderen Gästen und den Räumlichkeiten, als auch konkrete Fakten und Emotionen, die bestimmte Aspekte der Bar bei den Besuchern auslösen.

Die zum Teil formalisierte Fragestellung dient dabei nicht nur einer möglichst umfangreichen Betrachtung, sondern soll an verschiedener Stelle auch eine gewisse Vergleichbarkeit bestimmter Kennwerte generieren, die zu einem späteren Zeitpunkt als Anhaltspunkte für spezifische Verhandlungen zur Hand genommen werden können.

In einem nächsten Schritt sollen die Mitglieder auf Grundlage der vorliegenden Erkenntnisse eine erste Formulierung eigener Idealvorstellungen einer Bar formulieren. Darüber hinaus dienen die entsprechenden Reflektionen als Argumente für eine Vielzahl zukünftiger Aushandlungen in der Gruppe.

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Art: Dérive

— Räumlichkeiten auffinden — Gruppedynamik stärken
— In Räume hineindenken

Der Genossenschafts—Rundgang dient in erster Linie der Entdeckung passender Örtlichkeiten zur Eröffnung der Bar. Viele Gewerbeimmobilien werden direkt durch ihre Besitzer oder Vorpächter vertrieben und tauchen nur selten auf dafür vorgesehenen Internet-Plattformen auf. Vor allem bei privater Vermietung entfallen meist die sonst an Makler zu zahlenden Provisionen.

Durch ein gezielt zielloses Umherwandern, innerhalb der zuvor grob identifizierten Stadtgebiete, werden zudem Ecken erforscht, die sonst nicht im Bewusstsein der Teilnehmer präsent waren. Gleichzeitig können diese erfühlt und auf eine Kompatibilität mit den Ansprüchen des Projekts abgeglichen werden. In Gesprächen mit Anwohnern werden nicht nur Kontaktinformationen, sondern auch allgemeine Informationen über die Nachbarschaft in Erfahrung gebracht. Wenn die Räume frei einsehbar oder sogar begehbar sind formulieren und diskutieren die Anwesenden über mögliche Bespielungsarten. Der Genossenschafts—Dérive ist ein wiederkehrendes Instrument, dass so oft wiederholt wird, bis eine passende Räumlichkeit gefunden wird.

Genossenschafts—Rundgang

Genossenschafts—Rundgang

Potentielle Mitglieder der Genossenschaft erkunden leerstehende Räume und imaginieren Möglichkeiten der Ausgestaltung.

Art: Partnerverhandlungen

— Heranführung an die Fragestellung der finanziellen Beteiligung in der Genossenschaft und Annäherung an eventuell mehrheitsfähige Werte
— Erfahrung potenziell auftretender Probleme in ergebnisfokussierten Verhandlungen

Die Mitglieder werden in einer kurzen Einführung über die, in der Satzung einer Genossenschaft festzulegenden, finanziellen Beteiligungsmöglichkeiten aufgeklärt:

1. Die Kosten für einen Genossenschaftsanteil
2. Die maximal erwerbbare Anzahl von Anteilen / maximal mögliche finanzielle Involvierung
3. potentielle Eintrittsgelder

Im Anschluss sollen die Teilnehmer des Workshops zunächst ihre individuellen Präferenzen auf dafür vorgesehenen Vordrucken festhalten. Danach folgen zwei Runden wechselnder Partner- oder Kleingruppendiskussionen, in denen über die genannten Werte verhandelt werden soll. Ziel ist es zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen und dieses ebenfalls auf einem Vordruck zu dokumentieren, bevor am Ende der Veranstaltung wiederum individuelle Präferenzen abgefragt werden.

Bei den Verhandlungen soll auch darüber nachgedacht werden inwiefern die Gestaltung von Mindestkosten und Eintrittsgeldern Auswirkungen auf eine niedrigschwellige Beteiligung der Genossenschaft haben können, aber auch ob man über die Formulierung eine gewisse Ernsthaftigkeit oder einen Glauben an den Erfolg der Unternehmung abfragen könnte.

Bezüglich der festzulegenden Obergrenzen ging es darum eventuelle Untergrabungen demokratischer Prinzipien durch zu ungleiche Beteiligung einzuschätzen und mit der Option auf ein gegebenenfalls niedrigeres Gesamtkapital abzuwägen.

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Aushandlung

Art: Partnerverhandlungen

— Annäherung an eine mehrheitsfähige ideelle Zielformulierung

Gegenstand des Workshops ist die Frage nach der Verteilung von hypothetischen Gewinnen. Hypothetisch auch insofern, als dass gemäß gesetzlicher Vorgaben die Priorität zunächst einmal auf der Aufrechterhaltung des Betriebes, inklusive der Bildung einer entsprechenden Rücklage, liegt.

Unterschieden wird zwischen:

1. Investitionen; Gelder, die über Instandhaltung hinaus zurück in die Ausstattung und Ausgestaltung der Bar, aber auch in die Finanzierung von Events u.Ä. fließen.
2. Rückvergütung; Gelder, die prozentual zu den getätigten Einlagen an die Mitglieder der Genossenschaft ausgezahlt werden.
3. Karitatives; Gelder, die in eigene oder fremde (karitative) Projekte investiert werden und mit dem Geschäftsbetrieb der Bar nicht direkt in Verbindung stehen.

Zunächst werden die jeweils individuellen Präferenzen auf dafür vorgesehene Vordrucke festgehalten. Danach folgen zwei Runden wechselnder Partner- oder Kleingruppendiskussionen, in denen sich die Mitglieder über ihre Motive auseinandersetzten. Ziel ist es zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen und dieses ebenfalls auf einem Vordruck zu dokumentieren, bevor am Ende der Veranstaltung wiederum individuelle Präferenzen abgefragt werden.

Es wird betont, dass hier zwar konkrete Angaben gemacht werden sollen, diese in ihrer Gesamtheit aber explizit nur als Näherung dienen sollen.

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Gewinnverteilung

Art: Partnerverhandlungen, Szenarios

— Annäherung an Fragestellungen der Mitgliederpolitik

In Kleingruppen sollen die Teilnehmer darüber verhandeln wie neue Mitglieder aufgenommen werden können. Neben einer allgemeinen Positionierung geht es hier auch um für die genossenschaftliche Satzung notwendige Festlegung von Regeln, die dann greifen wenn die Genossenschaft schon gegründet wurde.

Zur Orientierung werden Handhabungsbeispiele anderer Genossenschaften, sowie eine Übersicht der genossenschaftlichen Instanzen, die für eine Entscheidung in Frage kommen, vorgestellt.

Auf dieser Grundlage sollen Teilnehmer des Workshops Szenarien skizzieren und diese diagrammatisch festhalten. An dieser Stelle soll auch über Aufnahme- und Ausschlusskriterien diskutiert werden, sowie über die Frage bis zu welchem Punkt es überhaupt sinnvoll ist neue Mitglieder anzuwerben.

Im Rahmen einer anschließenden Präsentation werden die Ergebnisse gemeinschaftlich diskutiert und bewertet.

Mitglieder-Politik

Beispielszenario für die Aufnahme neuer Mitglieder in die Genossenschaft

Art: Brainwriting, Clustern, Werten

— Identifizierung und Hierarchisierung von Aufgabenfeldern des Projekts

In einem ersten Schritt sollen die Teilnehmer des Workshops in Kleingruppen solche Aufgabenfelder identifizieren, in denen für den Betrieb der genossenschaftlichen Bar Entscheidungen getroffen werden müssen. Die Ergebnisse werden stichpunktartig auf farbigen Karten festgehalten.

Um Hemmungen zu vermeiden, wird im Vorfeld klargestellt, dass jede Idee Beachtung findet und es keine falschen Aussagen gibt.

Im nächsten Schritt kommen die Mitglieder in Kleingruppen zusammen. Sie besprechen in 15 Minuten ihre Ideen und fassen diese auf Kärtchen zusammen, um Doppelungen zu reduzieren.

Nach der Kleingruppenphase kommen alle Mitglieder in der Großgruppe zusammen, präsentieren ihre Aufgabenfelder, kleben diese an eine leere Wand und clustern diese während des Anbringens gemeinsam mit dem Plenum.

Nachdem alle Kleingruppen ihre Ergebnisse vorgestellt und sortiert haben gilt es, mit Bezug auf den Gründungsprozess, die Aufgabenfelder zu werten. Hierfür erhalten die Mitglieder drei Klebepunkte die sie an die jeweiligen Aufgabenfelder haften und damit ihre persönlichen Präferenzen für den Gründungsprozess markieren.

Aufgabenverteilung

Die Arbeitsfelder werden erst geclustert und dann hierarchisiert.

Art: Szenarienbildung, Rollenspiele

— Reflektion und Ausdifferenzierung der Aufgabenfelder
— Annäherung an eine Gruppenidentität

Nach einer kurzen thematischen Einführung sollen die Workshopteilnehmer in Dreiergruppen Szenarien zu einem frei wählbaren Aufgabenfeld entwickeln.

Neben einer möglichen Konkretisierung bestimmter Inhalte, die zwischen den individuellen Präferenzen der Gruppenteilnehmer ausgehandelt wird, liegt der Fokus hier jedoch auf der Entwicklung von Systemen, die entweder eine Verhandlung zwischen verschiedenen Präferenzen ermöglichen oder deren Koexistenz erlauben.

Bei wiederkehrenden Aushandlungen, Testläufen, etc. sollen deren Zeiträume und Intervalle möglichst genau bestimmt werden. Außerdem sollen spezifische Erfolgskriterien identifiziert und hierarchisiert werden (beispielsweise: Gefallen der Gruppe, Gefallen des Publikums, Umsatzzahlen, etc).

Schlussendlich soll festgelegt werden, wer in welchem Maße an der Entscheidungsfindung des Aufgabenbereichs beteiligt sein soll (Großgruppe, bestimmte Gremien, Vorstand, Gäste, etc.). Dazu gehört nach Möglichkeit auch die Festlegung einer Abstimmungsmodalität (einfache Mehrheit, qualifizierte Mehrheit, Konsens, etc.).

In der Großgruppe werden die Szenarien vorgestellt und diskutiert.

Neben einer Annäherung an spezifische Bearbeitungsmöglichkeiten der verschiedenen Aufgabenfelder dient der Workshop einer Heranführung an die Frage nach der Identität dieses Projekts. So erlauben konkrete Handlungsentscheidungen Rückschlüsse auf eine (noch) nicht konkretisierte Projekt-Identität. Dieses Vorgehen beinhaltet auch eine Berücksichtigung von eventuellen Verhandlungen mit den Gästen der Bar, die im System von Wahrnehmung und Erschaffung von Identität eine wichtige Rolle spielen.

Download der Vorlage

Aufgabenverteilung

Veranschaulichung dafür, dass Aufgabenfelder und deren Teilaspekte in unterschiedlicher Art und Weise systematisiert werden können.

Mehrheiten

Übersicht gängiger Abstimmungsverhältnisse

Art: fiktive Kundenreise

— Identifizierung identitätsstiftender Elemente der genossenschaftlichen Bar

Der Workshop beginnt mit einer Einführung in das Spannungsverhältnis zwischen Marken-Identität — dem Bild, das ein Markeninhaber von sich kreiert und verbreitet — und einem Marken-Image — dem Bild, dass sich der Empfänger durch eine kontextualisierte Interpretation dieser Maßnahmen und anderer Informationen von der Marke macht.

Auf dieser Grundlage sollen an dieser Stelle die Rolle der „imagebildenden“ Gäste der genossenschaftlichen Bar ein- genommen werden. In einer fiktiven Gesprächssituation berichtet ein Gast (1) einem Freund oder einer Freundin (2) von einem Besuch der genossenschaftlichen Bar, während ein neutraler Beobachter (3) das Gespräch stichpunktartig dokumentiert.

Grundsätzlich sind den Erzählenden hierbei keine Grenzen gesetzt. Nach Möglichkeit sollen diese aber Interaktionen mit anderen Gästen, dem Personal, aber auch Räumlichkeiten und Inventar beschreiben. Hilfreiche Fragestellungen sind: Wie war der erste Eindruck? Wie wurde sich durch die Bar bewegt? Welche Besonderheiten gab es? Was wurde gesehen, gehört, gefühlt?

Wie in einem normalen Gespräch kann die zuhörende Person Verständnis- und Vertiefungsfragen stellen, oder eigene Interessengebiete abfragen. Nach je 5 Minuten wechseln die Gruppenmitglieder die Rollen und wiederholen die Aufgabe, bis jede Rolle einmal bekleidet wurde. In der anschließenden Großgruppensituation berichten die SchreiberInnen der jeweiligen Gespräche von deren zentralen Inhalten, während die Großgruppe damit beauftragt wird die Präsentationen auf wiederkehrende Begrifflichkeiten sowie übergeordnete Muster hin zu analysieren.

Kundenreise Kleingruppe

Eine Dreiergruppe erzählt die fiktive Kundenreise.

Kundenreise Großgruppe

Präsentation der Ergebnisse. Nacherzählung durch den Beobachter.

Art: Kleingruppendiskussion, Elevator-Pitch

— Reflektion, Selektion und Konkretisierung der in Teil 1 erarbeiteten Muster und Begrifflich­keiten

In neu formierten Kleingruppen sollen die Teilnehmer die Ergebnisse der vorherigen Workshop-Einheit mit ihren eigenen Vorstellungen abgleichen und in einem „agenturtypischen“ Briefing festhalten. Die zentralen Inhalte werden anschließend in Form eines zweiminütigen Elevator-Pitchs an die Großgruppe präsentiert

Ziel ist es wiederkehrende Themen eines gemeinschaftlichen Identitätsempfinden sichtbar, zu machen um eine unternehmerische Selbstbeschreibung formulieren zu können. Auf dieser Grundlage können in einem späteren Schritt die Erkenntnisse und Schnittmengen beispielsweise in ein visuelles Erscheinungsbild, oder Selbstverständnis (siehe Manifluid) überführt werden.

Download der Vorlage

Briefing

Beispiel eines ausgefüllten Briefings.

Wie in einem normalen Gespräch kann die zuhörende Person Verständnis- und Vertiefungsfragen stellen, oder eigene Interessengebiete abfragen. Nach je 5 Minuten wechseln die Gruppenmitglieder die Rollen und wiederholen die Aufgabe, bis jede Rolle einmal bekleidet wurde. In der anschließenden Großgruppensituation berichten die SchreiberInnen der jeweiligen Gespräche von deren zentralen Inhalten, während die Großgruppe damit beauftragt wird die Präsentationen auf wiederkehrende Begrifflichkeiten sowie übergeordnete Muster hin zu analysieren.

Art: Co-Writing

— verschriftlichte Kommunikation der Aushandlungsprozesse zur Fragestellung der Cooperative Identity

Die gemeinschaftliche Verhandlung und Ausgestaltung aller relevanten Aspekte der genossenschaftlich bewirtschafteten Bar stehen im Zentrum des Konzepts. Dabei dürfen sich Inhalte zwar langfristig konkretisieren, jedoch bedeutet dieser Ansatz auch, dass alles jederzeit wieder zur Verhandlung steht.

Um bestimmte Merkmale des Projekts aber trotzdem in einer gewissen Eindeutigkeit zu kommunizieren soll das Format eines genossenschaftlichen Manifluids eingeführt werden. Anders als das gängige Manifest formuliert sich dieses Format ganz bewusst als Gegenstand wiederkehrender Aushandlungsprozesse und erhebt immer nur Anspruch einer temporären Repräsentation bestimmter Werte und Handlungsprinzipien, aber auch Fragestellungen.

zum Manifluid



Noch mehr gibt's nicht.
Los jetzt: Ab zur...

Crowdfunding—
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